Verändern Killerspiele die Persönlichkeit?

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Verändern Killerspiele die Persönlichkeit?

Beitragvon Nelli » Sa 20. Jun 2009, 23:59

Nach der Verabschiedung des Zugangserschwerungsgesetzes am 18.06.09 entfacht erneute Diskussion über die Killerspiele. Der CDU Politiker Thomas Strobl, sieht in den Killerspielen eine Gefahr für das Verhalten der Jugendlichen und fordert die Sperrung gewalthaltiger PC-Games und Konsolenspiele. Laut seiner Aussage zu „Kölner Stadt-Anzeiger“ werde eine Ausweitung auf so genannte Killerspiele ernsthaft geprüft.

Können Killerspiele die Persönlichkeit eines Menschen verändern? Bringt die Sperrung der Killerspiele den gewünschten Erfolg oder sollte man die Ursache für Amokläufe wo anders suchen?

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Re: Verändern Killerspiele die Persönlichkeit?

Beitragvon Ellefant » Mi 24. Jun 2009, 14:52

Hallo, das ist ein sehr interessantes und gleichzeitig schwieriges Thema.
Ob Killerspiele wirklich die Persönlichkeit verändern, darüber lässt's sich streiten, aber eins ist meiner Meinung nach sicher: die Ursache für Amokläufe ist nicht direkt und unittelbar in den Killerspielen zu finden.
Gewalttätige Computerspiele machen Kinder und Jungendliche meiner Meinung nach nicht aggressiv.
Die Amokläufe von Erfurt im Jahr 2002 oder von der Columbine High School im Jahr 1999 seien Folgen jahrelangen Konsums gewalttätiger Spiele gewesen, so die Meinung der meisten. In der Wissenschaft ist diese Annahme aber sehr umstritten, da man noch keinen kausalen Zusammenhang zwischen dem Verhalten von Kindern und ihrem Medienkonsum nachweisen kann.

Desweiteren ist eindeutig festzustellen, dass Killerspiele die Jugendlichen nicht aggressiver machen, sondern dass aggressive Jugendliche viel öfter zu Shooterspielen greifen, als andere.

Und was meiner Meinung nach auch ein wichtiger Aspekt ist, der Wichtigste überhaupt, ist das soziale Umfeld der Kinder und der Jugendlichen. Denn genau hier, ist die Ursache für ihr Verhalten, für ihre Aggressivität und eventuel auch für die Amokläufe zu finden!
Bis jetzt weisen die Amokläufer auch fast immer ein und das selbe Profil auf.
Es gibt deshalb bestimmte Merkmale, die auf eine gewisse Gefährlichkeit schließen, die gehäuft bei sogenannten Schoolshootern zu ermitteln sind. Hierzu gehören ein ausgeprägtes Interesse an gewaltbezogenen Medien, Verlusterlebnisse in zeitlicher Nähe und großes Interesse für und das Sammeln oder Bauen von Waffen.
Nicht selten waren die Täter auch Opfer physischer Gewalt und Demütigungen durch Gleichaltrige. Und genau das ist der Punkt. Die Ursachen sind im sozialen Umfeld zu suchen. Im Miteinander. Physische Gewalt und Demütigungen kann der Mensch nach einiger Zeit nicht mehr ertragen, er wird daran zerbrechen, sobald eine gewisse Grenze überschritten worden ist. Dann ist der Auslöser, welcher den Menschen in den Wahn treibt Amok zu laufen, auf keinen Fall nur in den Gewaltspielen zu suchen!

Wir müssen in jedem Fall Abstand von unserer objektiven Sichtweise nehmen. Die Sicht des Täters ist immer eine ganz andere.
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Re: Verändern Killerspiele die Persönlichkeit?

Beitragvon Klugscheisser » Mi 24. Jun 2009, 15:44

Für mich sind Amokläufer keine Täter, sondern Opfer ihres socialen Umfelds wo sie als Versarger und "Loser" von Mitmenschen abgestempelt wurden. In den Killerspielen suchen sich diese "Versarger" die notwendige Akzeptanz und Bestätigung durch das spielersische Erfolgserlebnis. Die Persönlichkeit wird meiner Meinung nach nicht durch Killerspiele verändert. Ausserdem wollte ich schon immer fragen was Killerspiele überhaupt sind. Wann ist ein Game ein Killerspiel?
Der Wahnsinn hat viele Gesichter und eines davon ist die Tauschbörse swapy.
Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten! :D
Außerdem bin ich nicht mehr eingebildet seit ich weiss, dass ich perfekt bin! *grins*
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Re: Verändern Killerspiele die Persönlichkeit?

Beitragvon binemaus » Mo 13. Jul 2009, 22:43

Klugscheisser hat geschrieben:Die Persönlichkeit wird meiner Meinung nach nicht durch Killerspiele verändert.


Genau das denke ich auch. Sogenannte "Killerspiele" (ich mag das Wort wirklich überhaupt nicht, ich finde es viel zu einseitig, aber leider existiert es ja mittlerweile und ist in aller Munde) sind für gefestigte Persönlichkeiten einfach nur eine Möglichkeit des Zeitvertreibes, um den Alltagsstress zu vergessen. Genauso, wie andere Leute sich abends gern einen Krimi anschauen oder Horrorbücher lesen.

Wäre ja absolut schlimm, wenn jetzt auf einmal alle etablierten Unterhaltungsrichtungen in die kriminelle Ecke gedrängt werden würden, das würden sich viele Leute nicht gefallen lassen.

Wenn nun aber ohnehin labile Menschen Gewaltspiele spielen, so sind diese Spiele sicherlich nicht der Auslöser für spätere reale Gewaltakte - denn die Probleme bestanden bereits vorher - wie eben zum Beispiel das bereits genannte soziale Umfeld.

Natürlich kann dann ein Eintauchen in eine fiktive gewalttätige Welt sich zusätzlich noch negativ bishin zum Realitätsverlust auswirken, doch Gleiches gilt dann auch für Filme, Musik, Bücher, Comics und so weiter. Und selbst, wenn man das alles verbieten würde, bliebe immer noch das "Kino im Kopf".

Ehe man sich einfach nur irgendeinen Aspekt als vermeintlich Schuldigen herausgreift, sollte man viel lieber mal nach den wahren Ursachen Ausschau halten. Die sind aber sehr komplex, immer wieder von Fall zu Fall unterschiedlich. Ist natürlich klar, dass es da einfacher ist, die Schuld den Spielen zuzuschieben.

Viel wichtiger wäre es, sich einfach mal zu fragen, was einen Menschen so verzweifelt werden lässt, dass er sich nur noch beachtet fühlt, wenn er anderen Leid und Schmerz zufügt. Und ganz ehrlich, gerade die jugendlichen Amokläufer waren ja keine total psychopathischen Monster, sondern wurden häufig als still, zurückhaltend, angepasst oder auch höflich und unauffällig beschrieben. In ihrem Inneren hingegen muss es sehr schlimm ausgesehen haben, Einsamkeit, Mißverstanden werden, Demütigung, Aussichtslosigkeit, all dass sind ja Gefühle, die nicht von ungefähr kommen.

Aber gerade in der Pubertät ist es schwierig, mit solchen Gefühlen alleine umgehen zu können - wenn dann keine Person da ist, die einen auffängt, und man vielleicht auch noch in der Schule ausgegrenzt und gehänselt wird, dann trägt das in meinen Augen tausendmal mehr dazu bei, dass eine höhere Gewaltbereitschaft entsteht, als das bloße Spielen eines Computer- oder Videospiels.
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Re: Verändern Killerspiele die Persönlichkeit?

Beitragvon FUN-GaMer1990 » Di 27. Apr 2010, 21:03

Hallo erstmal,
find ich immer wieder lustig, wie heftig dieses Thema disskutiert wird...
Ich bin selber "aktiver" Spieler und spiele auch Killergames (häßliches wort), und ich bestell mir auch hin und wieder spiele aus dem ausland, wenn sie in deutschland net erlaubt sind. Trotzdem habe ich nicht das verlangen jemanden im richtigen leben zu verletzen, bzw. umzubringen, nur weil ich das in irgendeinem spiel als riesiges ungetüm auf einem anderen planeten gemacht habe^^
und was sollte mir ein spiel noch bieten, ausser, dass ich mal sachen mache, die ich im echten leben niemals machen könnte, das ist doch der grund, aus dem man spielt.
und wenn da wirklich mal einer bei abdreht, dann ist das halt so, es wird immer verrückte leute auf dieser welt geben, deßhalb kann man aber nicht ständig alles verbieten, das macht kein sinn in meinen augen.

MFG

(Rechtschreibfehler sind mir egal^^)
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Re: Verändern Killerspiele die Persönlichkeit?

Beitragvon Talya » Mo 27. Sep 2010, 11:17

Moien,

ich würd sagen das kommt auf die Persönlichkeit an. Klar werden viele sagen "bei mir hats keine Auswirkungen" aber wenn man durch strenge Auflagen dafür sorgen kann, daß 1 von 100 seine Probleme anders bewältigt, dann ist das doch schon wert, in meinen Augen.

Gruß
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Re: Verändern Killerspiele die Persönlichkeit?

Beitragvon coolcat » Mo 4. Okt 2010, 15:27

Also Diskussionen zum Thema "Killerspiele" (ich mag das Wort auch nicht), sind in der Heutigen Zeit dank der Panikmache der Regierung und der Verknüpfung mit leider schrecklichen Ereignissen in der Vergangenheit, immer der Vorreiter wenn es darum geht das irgendein Politiker sich in der Periode der Neuwahlen einen Namen machen will.

Ich möchte mal folgendes dazu sagen:


Ich habe fast 6 Jahre lang eine Community (Clan) gehabt der sich im Bereich E-Sports betätigte (Counter-Strike 1.6), und habe dort die Erfahrung gemacht, das es (natürlich auch) dort auch Individuen gab die auch nach Draussen das Thema CS und Gewalt mitnahmen, wenn sie den PC verlassen haben. Der Großteil war aber weit über 18 Jahre hinaus und viele davon sind einem geregelten Leben nachgegangen, auch hatten/haben viele von denen eine Familie gehabt und nutzten diese Art der Freizeit einfach nur um vom Alltag her abzuschalten und halt eben mit gleichgesinnten ein paar Stunden die Woche einfach "abzuhängen".

Das Die Bundesregierung und die FSK behauptet, das hinter jedem der sich solchen sog. "Killerspielen" hingiebt ein potenzieller Attentäter mit dem Hang zum Schulmord befindet ist einfach die Tatsache das ausgerechnet 2,5 % der Amokläufer sich mit diesem Spiel in eine Surrreale Welt geflüchtet haben in denen SIE das sagen haben, was sie im richtigen Leben nicht geschafft und geleistet haben.

Auch wiederum ist es schon komisch, das sich alljährlich die Disskussion zum Thema "Verbot von Killerspielen" ständig wiederholt und sich ständig wer dafür "stark" machen möchte das dass Verbot "endlich" umgesetzt wird.

Das aber auf der Jährlichen ESL - Weltmeisterschaften auch in Deutschland auch führende Politiker anwesend sind und die Eröffnungsrede sowie Lobgesänge trällern wird gerne verschwiegen. Auch das sie die Möglichkeiten loben und die Leitsungen der einzelnen Teams und Spieler hervorheben wird verschwiegen.

Das dieser Bereich im E-Sport aber der Regierung fast 5 Mil. Euro pro Jahr an Steuern, Abgaben, Werbung einbringt ist auch ein wesentlicher Bestandteil dessen das dieses Verbot schwer zu bestätigen sein wird.

Auf die Frage was Frau Angela Merkel zu diesem Verbot sagte ist : (sinnbildich) das sie einem Verbot offen gegenübersteht und es für sinnvoll hält solche Spiele in Deutschland zu verbieten. Auf die Frage "wenn das so ist Frau Merkel was ist dann mit den ganzen Glücksspielen die es zu kaufen gibt (Mahjong, Black-Jack, POker etc), ist dann jeder der solche Spiele spielt nicht auch ein potenzieller süchtiger Glücksspieler, der das ganze Geld in eine Spielhalle bringt anstatt seiner Familie zu geben, und dann vlt kriminell wird ? ist es nicht sinnvoll auch diese Spiele zu verbieten??........ diese Antwort blieb Frau Merkel uns Schuldig und ging einfach weiter... :(

Ich persönlich verabscheue solche Menschen die solches Unheil in Schulen anrichten und Menschen verletzen oder gar töten. Aber ich verabscheue auch Menschen, die es sich leicht machen und einfach aus der Luft unwahre und nicht haltbare Erklärungen diesbezüglich angeben, ohne das da auch nur im Ansatz nachgedacht und/oder geforscht wurde.


Ich Habe übrigens seit der Geburt meines Sohnes vor 8 Monaten nix mehr mit der Sache zu tun, aber nicht weil ich es besser finde, sondern weil man einfach keine Zeit mehr hat, und einfach andere Prioritäten setzt.
mfg
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Re: Verändern Killerspiele die Persönlichkeit?

Beitragvon Jinzo734 » Mo 10. Jan 2011, 22:26

Hallo
ich finde das es auf die person selbst ankommt und deren persönliche umstände und das verhältnis in der die person lebt, die shooter / actionspiele spielt.
Ich persönlich erfreue mich an charaktären, der atmosphäre, der story der spiele und die spannung die sie erzeugen,jenachdem was man spielt.
kurz gesagt spiele sind was man draus macht ;)

mfg

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