Klugscheisser hat geschrieben:Die Persönlichkeit wird meiner Meinung nach nicht durch Killerspiele verändert.
Genau das denke ich auch. Sogenannte "Killerspiele" (ich mag das Wort wirklich überhaupt nicht, ich finde es viel zu einseitig, aber leider existiert es ja mittlerweile und ist in aller Munde) sind für gefestigte Persönlichkeiten einfach nur eine Möglichkeit des Zeitvertreibes, um den Alltagsstress zu vergessen. Genauso, wie andere Leute sich abends gern einen Krimi anschauen oder Horrorbücher lesen.
Wäre ja absolut schlimm, wenn jetzt auf einmal alle etablierten Unterhaltungsrichtungen in die kriminelle Ecke gedrängt werden würden, das würden sich viele Leute nicht gefallen lassen.
Wenn nun aber ohnehin labile Menschen Gewaltspiele spielen, so sind diese Spiele sicherlich nicht der Auslöser für spätere reale Gewaltakte - denn die Probleme bestanden bereits vorher - wie eben zum Beispiel das bereits genannte soziale Umfeld.
Natürlich kann dann ein Eintauchen in eine fiktive gewalttätige Welt sich zusätzlich noch negativ bishin zum Realitätsverlust auswirken, doch Gleiches gilt dann auch für Filme, Musik, Bücher, Comics und so weiter. Und selbst, wenn man das alles verbieten würde, bliebe immer noch das "Kino im Kopf".
Ehe man sich einfach nur irgendeinen Aspekt als vermeintlich Schuldigen herausgreift, sollte man viel lieber mal nach den wahren Ursachen Ausschau halten. Die sind aber sehr komplex, immer wieder von Fall zu Fall unterschiedlich. Ist natürlich klar, dass es da einfacher ist, die Schuld den Spielen zuzuschieben.
Viel wichtiger wäre es, sich einfach mal zu fragen, was einen Menschen so verzweifelt werden lässt, dass er sich nur noch beachtet fühlt, wenn er anderen Leid und Schmerz zufügt. Und ganz ehrlich, gerade die jugendlichen Amokläufer waren ja keine total psychopathischen Monster, sondern wurden häufig als still, zurückhaltend, angepasst oder auch höflich und unauffällig beschrieben. In ihrem Inneren hingegen muss es sehr schlimm ausgesehen haben, Einsamkeit, Mißverstanden werden, Demütigung, Aussichtslosigkeit, all dass sind ja Gefühle, die nicht von ungefähr kommen.
Aber gerade in der Pubertät ist es schwierig, mit solchen Gefühlen alleine umgehen zu können - wenn dann keine Person da ist, die einen auffängt, und man vielleicht auch noch in der Schule ausgegrenzt und gehänselt wird, dann trägt das in meinen Augen tausendmal mehr dazu bei, dass eine höhere Gewaltbereitschaft entsteht, als das bloße Spielen eines Computer- oder Videospiels.